Posts Tagged ‘Hörspiel’

Die Enden der Para……………………………….

April 18, 2020

So, heute nun der grosse Tag. Das Megawerk Buhlert wird fortgesetzt mit einer Bombenstory. Alle reden davon und selbst Menschen, die nicht einmal jemanden schubsen würden, so friedlich sind sie gepolt, reden vom neuen Pynchonhörspielevent. Ich bin auch sehr gespannt, aber auch irritiert. Meine Fünf – Minuten – und – Fünf -Sekunden – Lesung sei etwas zu lang, sagte man mir. Nun also 14 Stunden Buhlert. Und das auch noch des Nachts zu hören. Ich nehme mir vor es anzuhören, bin interessiert an Männerthemen und möchte auch mitreden können bei Raketengesprächen. Es macht viel her, wenn eine Frau diesbezüglich sich auskennt. Das ist so ähnlich wie beim Musik machen. Wenn eine Frau am Schlagzeug sitzt, ist das, das hat mir der Schlagzeuger von dieser Raeggaedance…dingsband einmal gesagt, enorm beeindruckend. Besonders, wenn sie zudem aus einer Randgruppe stammt…., das hab ich gesagt, …scheint es automatisch, dass die Band erfolgreich wird. Das ist natürlich eigentlich alles andere als beeindruckend, weil ja die Musik dann nicht wirklich jemanden interessiert, ausser sie ist auch gut. Ich werde also in den Pynchon hinein hören. Nicht wegen dieser ewigen Rakete, sondern wegen der Atmosphäre und auch wegen der Aufnahmetechnik. Mich beschäftigt sehr, wie etwas rüberkommt und was man weglassen kann, und wie man alles ohne Makellosigkeit zu einem Werk bringen kann, das dem Menschen dann im Magen liegt, denn nichts macht das Leben öder, als die Eindeutigkeit und der fehlende Eigensinn. Pynchon klingt interessant, aber zu viel davon kann auch entwertend sein. Aber das ist bei Männern oft andersrum. Mein Ehemann weiss alles vom Krieg und wenig vom Häkeln. Ich weder noch. Krieg interessiert mich auch, aber nicht unbedingt die Raketentechnik. Ich denke es geht um mehr. Es wird spannend. Wenn es zu viel wird, lese ich weiter im Mann dessen Welt in Scherben ging, das ist im Grunde ein ähnlicher Stoff nur alles etwas stiller.
Hier nun ein alter Kriegsaphorismus, den ich einmal schrieb:


Krieg soll nicht sein

fällt herab 
                     wie ein Stein

 

                                                      auf die Assel

 

© Bettie I. Alfred, 10.April 2020

Zauderwut- Kurzinterview mit Stella Rindvieh

März 7, 2020

Stella Rindvieh: Frau Alfred, nun haben sie den zweiten Teil ihrer sogenannten Wut-Trilogie beendet. Worum geht es da?

Fr. Alfred: Da gehts um das Kind aus Reisewut, dass nun erwachsen ist und auf ähnliche Schwierigkeiten im Leben stösst, wie schon als Kind. Man muss das Kind aber nicht kennen.

St. Rindvieh: Sie sprechen Lissy Heiliger selbst. Warum? Ist es Ihre eigene Story?

Fr. Alfred: Ich spreche halt gerne und kann mich selber sehr gut kritisieren (lacht). Die kleine Heiliger hab ich ja auch schon gesprochen, wieso nicht die grosse auch selber sprechen? Zumal ich, trotzdem ich aus Rheinland Pfalz komme, keinen Dialekt spreche, zu mindestens sagte mir man das an der Schauspielschule. Was war die andere Frage?

St. Rindvieh: Ob es sich um ihre eigene Story handelt.

Fr. Alfred: Nein und Ja. Es sind sicherlich Stellen drin, die genauso passiert sind und vor allem das Innenleben der Lissy ist mir sehr nah. Aber mein Vater ist ein relativ normal gebliebener Mann und ich bin fast 1,80 gross. Sicher fliesst immer viel Reales in so ein Stück über einen Menschen ein. Aber meine Phantasie funktioniert immens gut, so dass ich nicht lediglich mein relativ langweiliges Leben wiedergeben muss.

St. Rindvieh: Herr Harzer als die Stimme des Mannes. Er spricht den ebenfalls strauchelnden mit der Gegenwart kämpfenden Ehemann, hat tatsächlich  Zeit gefunden…

Fr. Alfred: Ja, das war schwierig, denn es hat sehr lange gedauert bis er tatsächlich mal Zeit hatte. Aber er hat es dann gemacht. Und zwar mit einem wunderbar lakonischen Unterton, den er von alleine reingebracht hat und den ich ungemein passend finde. Es ist ja ein absurdes Stück. So kann ja keiner leben, wie Frau Heiliger das in Zauderwut tut. Herrn Harzer hatte ich übrigens schon lange vor dem Ifflandpreis auf dem Plan. Ich hatte ihn 2016 als Gödecke in den Schlafwandlern gehört. Da hatte er eine relativ kleine Rolle, die aber dermassen in mein Gemüt fuhr, dass ich mir das immerzu anhören musste. Dieser schwer verwundete Mensch, der sich kaum noch bewegen kann, aber sprüht vor… ja, was eigentlich?…. Vielleicht vor Direktheit.

St. Rindvieh: Man hat ja schon das Gefühl, dass Lisa Heiliger und die Frau die die Hohlraumprosa schreibt, in gewisser Weise die selbe ist.

Fr. Alfred: In gewisser Weise sind Menschen sich ähnlich. Ich mag das ganze Gezaudere und Gescheitere. Natürlich nicht in echt. Da lach ich gerne und hab auch gerne Spass. Weswegen mir zu Beginn meiner Karriere ja auch die Komik so wichtig erschien. Wenn man aber immerzu lustig ist und auch noch privat andauernd Witze macht, ist das bald komplett öde. Niemand hat mehr Lust mit einem ein ernsthaftes Gespräch zu führen. Da ich aus Mainz komme, ist die Witzigkeit irgendwie ein Muss gewesen. Es steckt ja aber hinter jedem Witz, zumindest bei mir, ein tiefer Ernst. Dann kann man ja theoretisch auch gleich den Ernst nach vorne holen. Das hat mich bei Bernhard so interessiert. Er ist erstmal todernst und später sozusagen im Geheimen, enorm witzig. Ganz ganz hinten drin sozusagen.

Stella Rindvieh: Wo kann man die Zauderwut hören?

Fr. Alfred: lacht…Ich hoffe im Radio. Das wär schön.

Stella Rindvieh: Danke fürs Gespräch.