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Nähe zum Wirt muss vermieden werden

März 17, 2020

Alles wird jetzt unwirklich und merkwürdig. Der Freund der vorbeikommt, um einen Knopf abzuholen (also einen Auslöseknopf einer Super8-Kamera, die man ihm geliehen hatte und der aber bevor der Leihvorgang abgeschlossen war, anscheinend abgefallen war, also auf den Fussboden, aber glücklicherweise noch in der Wohnung des Besitzers, also des Ehemannes), begrüsst mich mit dem Fuss. Das ist erst ulkig und dann zieht sich mein Gefühl so zusammen, weil mir bewusst wird, dass es gar nicht geht mit dem Umarmen. Oh, mein Gott, denk ich, wie gut, dass ich nicht in ihn verliebt bin und sowieso in niemanden, das bin ich nur in die Katze, wo man ruhig zubeissen kann, ohne viral infiziert zu werden. Angeblich. Doch dann erinnere ich den Grund der Verbreitung, ein Flughund biss eben zu, oder man aß ihn, das weiss ich nicht mehr so genau. Jedenfalls griff ich ein Stück Ingwer im Supermarkt, weil ich erinnerte, dass diese Knollenwurzel Keime abtöten kann, wenn man sie richtig verwendet. Der Patagone trinkt Pepore (Matetee), ich auch, doch das wirkt vielleicht nicht wenn man ihn in einer Berliner Küche trinkt ohne dass ein Lama zugegen ist. Verzeiht, ich bin fröhlich, weil endlich, E N D L I C H  der Stress weg ist, dass man bei Schönwetter rauseilen und sich körperlich auffallend gut gekleidet, oder gleich ohne viel an, präsentieren muss. Ich bin kein Körperfreak und habe alles was man nicht haben soll, wenn man als stabil gelten will. Ganz vorneweg das Gegenteil einer Trichterbrust, ich glaube es heisst Hühnerbrust. Das bedeutet, dass ich ungern angeglotzt werde, wenn ich mich z.B. seitlich drehen muss, wo jeder das Problem sehen kann, soweit ich ein dünnes Hemd trage dabei. All diese nervenzerfetzenden Frühlingssituationen fallen jetzt weg. Ich kann im Zimmer hocken und falle nicht auf. Gerne würde ich, wie ja gestern schon erwähnt, Charles Dickens Madman lesen. Weiss auch wer ihn besitzt, doch werde ich diesen jenigen nicht fragen, ob er ihn mir leiht, denn, dieser jenige ist mein Vater, dem die Seuche nichts bedeutet und der mir deshalb das Büchlein sicher sofort und persönlich bringen würde. Doch bin ich mir sicher, dass er das mit dem Fuss, also dass man sich ab jetzt nur mit dem Fuss bzw. dem Schuh begrüsst, nicht weiss und mir deshalb doch die Schnute hinrecken würde und ich, weil er mein einziger Vater und er durchaus ein guter Geist ist, ihn dann spontan unüberlegt abbusseln würde und dann hätten wir den Salat und auch den Virus. Wie es wohl jetzt in Körpertherapiepraxen zugeht? Oder in Massageeinrichtungen? Mir tun die Kinder leid, weil sie bei ihren Eltern sein müssen. Eltern sind nicht gut für die meisten Kinder. Nun gut, lassen wir das.
Eine Bürosituation in der man ganz alleine Herr der Lage ist, wäre momentan ideal. Früher gab es so etwas oft :
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Heute ist immer noch jemand da. Z.B. ein Chef. Oder ein anderer Mensch. Alleinsein ist out.

© Bettie I. Alfred, 17.3.2020