WUTTRILOGIE

REISEWUT ist der erste Teil einer Trilogie. Es ist die Wut-Trilogie. Es ist dabei nicht unbedingt die Wut im klassischen Sinne gemeint. Jedenfalls nicht die, bei der man enghalsig wird. Ursprünglich hiess die Reihe einmal: Die Milben einer Kindheit.
Nun kommt aber zum zweiten mal das Wort Wut im Titel vor und somit erschien mir die Wut-Trilogie als passend. Trotzdem sind die Milben einer Kindheit noch mit von der Partie.
Der zweite Teil (der auch alleine existieren kann, wie es bis jetzt ja auch der erste tut und voraussichtlich auch der dritte) nennt sich ZAUDERWUT und wird gerade gemacht. Hören sie vorerst Teil eins REISEWUT in der Mediathek des RBB und am 20. Oktober, um 17:05 im SRF2 Kuktur und am 17.+18. Mai 2020 in BR2.

Viel Spass und andere Erlebnisbereiche wünscht, Frau Alfred, seit 2017 (un)endlich Hörspielmacherin.


ZAUDERWUT

„Das Kind in Lissy lenkt alle, sie selbst ist aber unfähig selber zu handeln. Ihr Konstrukt eines mißlingenden Lebens, das sie selbst erschaffen hat, führt dazu, dass Sie im Grunde nicht mehr mit der konkreten Wirklichkeit umgehen kann. Frau Alfred produziert die Welt der Lissy Heiliger in weiten Stücken, übrigens  mit durchaus realen Elementen, als absurdes Theater und bringt es darin zu einer immensen Intensität, in gewisser Weise zu einer Perfektion des Kaputten. Im Gegensatz zur REISEWUT-Protagonistin, fällt es hier deutlich schwerer sich mit der Hauptfigur zu identifizieren.Das Stück ist in seiner Penetranz eine harte Auseinandersetzung mit dem Leben, das hier nie zu einer gelingenden Selbstverständlichkeit werden kann. Der kaputte Klang, die ständigen Störungen als Methapher einer ewig zaudernden Frau, das ist faszinierend und fordert einem jedoch viel ab. Man meint ab und zu das Freudsche Prinzip der Psychoanalyse : erinnern-wiederholen-durcharbeiten wieder zu erkennen.“Karl-Heinz Niedermeyer, Germanist, Historiker, Friedensforscher

Zauderwut
© Bettie I. Alfred (Privatsammlung)

Von und mit: Bettie I. Alfred (Lissy Heiliger), Jens Harzer (Ehemann), Leopold von Verschuer (Vater), Daniel Höpfner (Erzähler), Paul Affeld (Barkeeper), Jennifer Wiggert (Kapitel und Überschriften )

Text, Regie, Musik und Sounds sowie Aufnahmen und Tontechnik: Bettie I. Alfred

Inhalt:
Lissy Heiliger eine nervös-zerstreute Frau mittleren Alters, bespricht notorisch Tonbänder, sie rekapituliert und protokolliert, manchmal beängstigend genau. Gegenwärtiges verschwimmt mit Erinnertem. Sie ist alt und jung zugleich. Der Mann ist bei ihr und doch erreicht er sie nicht. Auch einen Vater gibt es. Jedoch nur noch einen halben, denn er lebt in einer Anstalt und kann sich nicht mehr an sie erinnern. Er zeichnet den ganzen Tag Labyrinthe.
Lissy Heiliger, eine ganz normale mittelalte kleine Frau und doch nicht recht auf dieser Welt zuhause.

ZAUDERWUT ist ein minimalistisch gefertigtes Hörspiel, das einen mit wehmütiger Eigenwilligkeit und seiner Komik des Scheiterns hineinzuziehen vermag in den menschlichen Kosmos einer zaudernden Seele.
Das Kind aus REISEWUT  (Erstsendung 2019 RBB Kultur, Übernahme SRF, BR2) ist „mehr oder weniger“ eine Frau geworden.
Ein weiteres Stück aus Bettie I. Alfred´s Wut-Trilogie die mit REISEWUT, einem Drama zwischen Vater und Tochter, begann. Den Vater spricht wieder, wie im Vorgänger, Leopold von Verschuer, den Ehemann Jens Harzer.

Frau Alfred arbeitet am liebsten mit wenig Technik und viel (eigenem) Text.
„Ich möchte am Morgen aufstehen und den Text einsprechen. Egal ob es stürmt oder schneit. Die Sprecher möchte ich so pur wie möglich „einfangen“. Sie am liebsten nur einmal aufnehmen. Die Seele hört man sofort, egal, ob der Mensch ein ausgebildeter Sprecher ist, oder nicht. Auch mit den „Fehlern“ zu arbeiten, das macht mir persönlich, besonders als Tochter eines Deutschlehrers, viel Spass! Den Rotstift empfand ich schon immer als kreativitätstörend !“
Die Tonebene entsteht parallel zum Sprachteil. Geräusche und Stimmungen werden hergestellt, gesammelt und angelegt. Wie ein Scheiterhaufen aus Holzsplittern gebaut wird, um ihn in Brand setzen zu können, baut Frau Alfred aus vielen Einzelteilen ein Hörspiel zusammen, um am Ende immer eine Welt erschaffen zu haben, die man nicht mehr so leicht aus dem Ohr bekommt.

Eimer

Bettie I. Alfred beim Schrei in den Blecheimer ,  Januar 2020
Leo,Bettie3
Aufnehmen mit Leopold von Verschuer

REISEWUT

Ein Hördrama von Bettie I. Alfred

Eine Autorenproduktion in Zusammenarbeit mit dem
Bildergebnis für rbb kulturradio

Sendetemine:

So, 29. September 2019, 14:04 Uhr, RBB Kulturradio (Ursendung/Mediathek!)

So, 20. Oktober 2019, 17:00 Uhr, SRF Kultur 2  (Schweizpremiere)

So, 17. Mai 2020 15:05 Uhr + Mo, 18. Mai 2020 20:05 Uhr , BAYERN2  

Reisewut.klein
© Bild und Layout, Bettie I. Alfred


Inhalt:

Die Ich-Erzählerin – alt und jung zugleich – berichtet von ihrer Kindheit, die sie nach der Trennung der Eltern weitgehend bei ihrem Vater verbracht hat. Einem Vater, der gutmütig, aber auch vollkommen überfordert und zunehmend mit seinen eigenen Problemen beschäftigt ist. Sein Zusammenbruch stürzt auch das Leben der Protagonistin in eine tiefe Krise. Das beklemmende und dennoch seltsam komische Protokoll einer kindlichen Vereinsamung. Es ist die Komik der Verzweiflung.
Text Programmheft RBB

Ein tragikomisches Drama um Einsamkeit und Liebe im Chaos des Lebens. In etlichen Erinnerungen berichtet ein gestresstes kleines Mädchen von einem Leben mit einem sehr speziellen Vater. Sie sind ein wirklich ungleiches Paar: Sie ist klein, Trennungskind und wahnsinnig gestresst, sobald sie das Auto ihres Vaters sieht. Er, eigentlich ein liebenswürdiger Kauz, aber mit der alleinigen Erziehung seiner Tochter heillos überfordert. Seine Frau hat ihn sitzen lassen, neue Liebschaften kommen und gehen – was bleibt, ist seine Tochter, auf deren Ängste und Klagen er oft nur noch mit einem unerfüllten «Hör auf! Ich weiss doch, dass du glücklich bist!» reagieren kann. Die Hörspielmacherin Bettie I. Alfred spricht das Kind in diesem Hörspiel selbst – mit  hochgepitchter Stimme, was sie zugleich zum kleinen Mädchen und zur bizarren Kunstfigur macht. Leopold von Verschuer changiert als Vater gekonnt und mitreissend zwischen Eigensucht, Lebenslust und Überforderung. Am Schluss sind sie getrennt und jeder mit seinem „Blues“ allein.
Text Programmheft SRF

 

Mit: Bettie I. Alfred (Kind) und Leopold von Verschuer (Vater)
Regie und Tontechnik: Bettie I. Alfred
Dramaturgie: Bettie I. Alfred und Regine Ahrem

Produktion: Autorenproduktion in Zusammenarbeit mit dem rbb-Kulturradio 2019 Länge: 48:02 min

Bettie I. Alfred bei der Produktion REISEWUT, 2019:

Balkonstudio1
© Daniel Höpfner

 

 

 

 

 

 


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