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when the shit hits the fan

April 29, 2021

Tiere sind für den Menschen wichtige Mitexistenzen in einer Daseinskrise, deshalb werden sie oft thematisiert, aber auch oft unterschätzt und übersehen. Auch ich bin Tierfan, besonders von denen, die sehr weich sind, fellige bunte Haufentiere. Am liebsten sind mir mein Kater und die Hummeln an sich. Aber auch vogelartige Tiere mag ich leiden, z.B. ein Pinguin. Eine Sorte heisst in der Fachsprache auch Riesenalk, diese Gattung ist leider schon ausgestorben. Aussterben ist irgendwie etwas Ungutes. Die Tiere haben weiterhin Korpulation, aber es reicht einfach nicht um den Bestand zu festigen und schwubs sind sie weg vom Fenster. Selbst der Ameisenigel (auch Schnabeligel genannt), der äußerst robust wirkt, wenn man ihn so sieht, stirbt bald aus. Für mich ist das nicht ganz so dramatisch, da er ja stachelig ist und somit jemandem ziemlich weh tun kann beim Näherkommen. Ich nutze Tiere meist zum Aufwärmen und das geht mit Stacheltieren so nicht. Täte der Mensch aussterben, würde das übrigens niemandem etwas ausmachen, schon gar nicht den Tieren. Er ist komplett unnötig im Universum und seine Gier nach Macht und finanzieller Absicherung ist nicht zu ertragen. Auch die Tendenz, immer alles besser zu wissen, ist unerträglich. Oft will er für seinen aufgeplustertem Zustand auch noch einen Orden bekommen. Wenn schon Aversionen rausmüssen, dann sollten sie wenigstens demokratisch über das Gegenüber gestülpt werden. 

                                                                       kleine Pause

Ein Bekannter klingelte genau da, wo der eine Gedankengang zu Ende war und wollte, nach seinem  Einkauf unbedingt mit mir eine Filmaufnahme von und mit Frank Zappa gucken, worauf er ein Lied namens Dancing Fool singt. Der Bekannte ist ein extremer Frank Zappa-Fan. Ich dagegen interessiere mich überhaupt nicht für diese aufgeplusterte Art Mensch, was der Bekannte vollkommen ignorierte. Um ihm eine Freude zu machen zog ich mir das Ganze dann trotzdem kurz rein, in der Hoffnung es gäbe als Belohnung Chiochips oder ähnliches. „Schöne Coverversion!“ sagte ich im Anschluß, um beteiligt zu wirken, und weil ich auch dachte, dass es so sei.
„Wieso Coverversion?“ fragte der Bekannte dann und ich erklärte mich: „Na, der Song ist doch eigentlich von Abba, oder?“ Er stutzte und ich wiederholte mich, weil ich tatsächlich dachte, dass es so sei: „Dancing Fool“ ist doch eigentlich von Abba, oder nicht?“ Der Bekannte riss die Augen dann weit auf. Ich begriff nun, dass ich wohl Stuss redete. Er fuhr mich dann übertrieben stark an: „Du meinst Dancing Queen …. nicht Dancing Fool. Das klingt total anders! Du hast keine Ahnung!“
Er war sichtlich betroffen von meinem Unwissen und wurde dann schließlich bräsig. Ich bockte mich aus der Situation ab und wurde einfältig. „Ist mir doch egal!“ sagte ich dann, da ich nichts mit seiner Aufregung gemein haben wollte und zog dann abrupt die Flipstüte, deren Ecke aus seiner Einkaufstüte heraus schaute, aus eben dieser Einkaufstüte, vollkommen ohne zu fragen, heraus.
„Hm, lecker Flips!“ wandelte sich schlagartig, als er die Tüte erblickte, seine verfinsterte Miene in eine positive, denn er entspannte sich, weil er umgehend Speichelfluss bekam. Wir aßen dann alle Flips auf und kugelten danach zu moderner Gongmusik am Boden herum. Dann erklärte er mir noch was die englische Redewendung when the shit hits the fan bedeutet.
Ich hatte das Ruder wiedermal erfolgreich herum gerissen. 

© Bettie I. Alfred (aus dem Archiv, 2007)