Bettie I. Alfred

…schreibt, liest, spricht, hörspielt

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Kantinenlesen, 2011

„Schriftstellerin (fast) ohne Werk“  (Auto/r/didaktin)

Bettie I. Alfred wurde in den 70er Jahren in der Mainzer Uniklinik geboren. Sie zog dann vom Steinhaus auf dem Dorf, in eine Berliner Neubausiedlung an der Autobahn. Später, als man sie auf ein musisches Gymnasium katapultierte, zog sie in die Innenstadt in einen feudalen Altbau. Lediglich mit der mittleren Reife verliess sie jenes Gymnasium um eine pädagogische Ausbildung zu absolvieren. Danach begann sie eine Schauspielausbildung und parallel dazu mit dem Schreiben. Ihr Geschriebenes erschien ihr nun als eine Art Beweis des ihr so eigenen Denkens. Auf der Bühne fiel ihr das Denken an sich schwer, am Schreibtisch so gar nicht. In den 2000er Jahren stand sie dann trotzdem viel auf Bühnen und las von dort aus wankelmütig ihre Hohlraumprosa vor. Nach der Abwendung von der „Lesebühne“ wandte sie sich der klassischen Schriftstellertätigkeit (sitzen, denken, schreiben) zu. Sie schrieb täglich an ihrer Hohlraumprosa (inzwischen sind es 1000 Seiten) und ansonsten ihren nie endenden Roman „Wie ein Komma im Ablaichsubstrat“, zudem ein Drehbuch namens Weißzone, etliche Hörspiele (die meisten inzwischen realisiert und erfolgreich gesendet), humorvolle Essays, sowie einige Seiten düsterste Schwarzweisslyrik, die sie mit ihrer Lieblingsschreibmaschine einer Reiseschreibmaschine namens „underwood 315“, meist bei schlechtem Wetter, schreibt. Mit den Jahren verlor sie durch die eigene Schreibarbeit ihre ausgeprägte Lesehemmung (gemeint ist das Lesen, nicht jedoch das Vorlesen), die sich als enorm gestresste Gymnasiastin bei ihr entwickelt und nach und nach zu einem absoluten Schulversagen geführt hatte. Erst später, sie war inzwischen schon über 30 Jahre alt, entdeckte sie ihre Freude am Lesen von eigensinniger Literatur. Es waren meist die abseitigen schwierigen Schriftstellermänner, die sich um Kopf und Kragen schrieben. Die Welt des einsamen eigenwilligen Eigenbrödlers Thomas Bernhard z.B. faszinierte sie in ihrer Konsequenz stellenweise sehr. „Er verhalf mir mit seinen „Nicht“- verschämtheiten meine ausgeprägte Angst vor der Aneckung als Künstlerin, zu überwinden.“  Als sie schließlich das Manuskript zu „Hochwasser“, dem Roman, der eigentlich kein Roman, sondern eher eine Art Vortrag über sein bzw. das Leben an sich, samt historischer Abhandlung über seinen Herkunftsort O., ist, von ihrem verehrten Vater im Jahre 1968 begonnen, las, wurde ihr klar, woher die unendliche Sehnsucht danach sich schriftlich zu verewigen, stammte. Da sie alleine mit ihm aufwuchs und ihn immerzu nur schreibend wahrnahm, bildete sich in ihr langsam, aber sicher, das Idealbild eines Menschen: der schreibende Mann. Lange ein für sie unerreichbares Ziel. 
Inzwischen hat es Frau Alfred geschafft. Am Ende musste nur noch eine kleine Wahrnehmungsverschiebung vollzogen werden. Am Schreibtisch sitzt nun: die schreibende Frau !

 

Hörspielmacherin

Seit 2017 macht Frau Alfred zur täglichen Schreibarbeit auch noch Hörspiele (schreiben, aufnehmen, vertonen, schneiden, bearbeiten, vermarkten).

 

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Das Leben – ein Fest

Neben dem Schreiben beschäftigt sich Frau Alfred auch intensiv mit der Arbeit an eigenen Hörstücken. „Das Leben – ein Fest“ wurde 2018 beim Leipziger Hörspielsommer als bestes Langhörspiel ausgezeichnet – Jurybegründung

cover Kopie© Layout Bettie I. Alfred

REISEWUT

Eine Autorenproduktion in Zusammenarbeit mit dem
Bildergebnis für rbb kulturradio

So, 29. September 2019, 14:04 Uhr, RBB Kulturradio (Ursendung!)

So, 20. Oktober 2019, 17:00 Uhr, SRF Kultur 2  (Schweizpremiere)

So, 17. Mai 2020 15:05 Uhr  Bayern2 
Mo, 18. Mai 2020 20:05 Uhr Bayern2 

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© Bild und Layout, Bettie I. Alfred

Inhalt:

Die Ich-Erzählerin – alt und jung zugleich – berichtet von ihrer Kindheit, die sie nach der Trennung der Eltern weitgehend bei ihrem Vater verbracht hat. Einem Vater, der gutmütig, aber auch vollkommen überfordert und zunehmend mit seinen eigenen Problemen beschäftigt ist. Sein Zusammenbruch stürzt auch das Leben der Protagonistin in eine tiefe Krise. Das beklemmende und dennoch seltsam komische Protokoll einer kindlichen Vereinsamung. Es ist die Komik der Verzweiflung.
Text Programmheft RBB, Regine Ahrem

Ein tragikomisches Drama um Einsamkeit und Liebe im Chaos des Lebens. In etlichen Erinnerungen berichtet ein gestresstes kleines Mädchen von einem Leben mit einem sehr speziellen Vater. Sie sind ein wirklich ungleiches Paar: Sie ist klein, Trennungskind und wahnsinnig gestresst, sobald sie das Auto ihres Vaters sieht. Er, eigentlich ein liebenswürdiger Kauz, aber mit der alleinigen Erziehung seiner Tochter heillos überfordert. Seine Frau hat ihn sitzen lassen, neue Liebschaften kommen und gehen – was bleibt, ist seine Tochter, auf deren Ängste und Klagen er oft nur noch mit einem unerfüllten «Ich weiss doch, dass du glücklich bist!» reagieren kann.
Die Hörspielmacherin Bettie I. Alfred spricht das Kind in diesem Hörspiel selbst – mit  hochgepitchter Stimme, was sie zugleich zum kleinen Mädchen und zur bizarren Kunstfigur macht. Leopold von Verschuer changiert als Vater gekonnt und mitreissend zwischen Eigensucht, Lebenslust und Überforderung. Am Ende ist jeder der beiden mit seinem eigenen „Blues“ allein.
Text Programmheft SRF

Mit: Bettie I. Alfred (Kind) und Leopold von Verschuer (Vater) Regie und Tontechnik: Bettie I. Alfred, Dramaturgie: Regine Ahrem
Produktion: Autorenproduktion in Zusammenarbeit mit dem rbb-Kulturradio 2019 Länge: 48′

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ZAUDERWUT  (siehe Termine/News) : 1.12.2020 Besprechung im HÖRSPIELMAGAZIN des DLF

SCHEINWUT 
 (Infos folgen)

 

Collagen/Trickfilme/Sammlungen

Frau Alfred sammelt alte Lexikas, alte Fachliteratur und Benimmbücher, zudem alte Fotografien und Filme sowie alte Tonaufnahmen und viele andere alte Sachen, die es in ihren Augen zu retten gilt!
Aus den Fundsachen entstehen ab und an  Trickfilme und Collagearbeiten. Die Tonaufnahmen finden sich häufig in ihren Hörspielen wieder.

BallspielenkleinBallspielen verboten, 1999

Frau Alfred lebt mit ihren vielen Büchern, den 1000 den von Fundstücken und einem alten Kater samt Ehemann in einem Haus. („Man kann froh sein, wenn man nicht dachlos ist!“)

 

Phaenomenfilm

Außerdem ist Frau Alfred feste Mitarbeiterin im Team der Filmfirma ihres Ehemannes Daniel Höpfner / PHAENOMENFILM, wo sie nicht nur am Bau der Kulissen, sondern auch an den Dreharbeiten, beteiligt ist.

Bildschirmfoto 2021-04-17 um 20.31.18
2019 Dreharbeiten zum Puppentrickfilm „Botschaften“

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Zitat von einem unbekannten Kritiker über die ALFREDSCHE HOHLRAUMPROSA:

„Gebrochene Reflektionen im Hier und Jetzt, so kann man doch zumindest einen Teil des Werks von Bettie I. Alfred beschreiben. Mit der spielerischen Leichtigkeit eines Eichhorns gibt sie wild philosophierte Fingerzeige auf die Opportunitäten des Alltags, verbindet diese dann aber auch kongenial mit den Bruchstücken einer lückenhaften, ja gebrochenen Vergangenheit, wie sie dem einen oder der anderen unter uns ja auch nicht unbekannt sein dürfte.“