Das verhasste Gruselfach

Kunst ist oft mißverständlich. Ganz im Gegenteil zu… ja, zu was eigentlich? Jedenfalls so, wie die schillernden Kunstfilmzwillinge Quay keineswegs „guhlisch“ sind (sie sagen es ständig, dass sie das nicht sind, um nicht im verhassten Gruselfach beheimatet zu werden) ist mein Ansatz ebenfalls keineswegs bitter-böse. Doch die Selbstwahrnehmung ist eine die meistens nicht wirklich kompatibel ist mit der überall umher grassierenden Fremdwahrnehmung. Und eins steht zudem sowieso fest, je erwachsener man wird, desto kindlicher sind ab und an die Gedankengänge. Die Freude an einer gewissen, immer ja auch mit Wankelmut unterfütterten, Wahrhaftigkeit, ist jedenfalls bei mir immer größer, als die über eine mit vorbildlicher Vollatmung und einem optimal graden Rückgrad erzeugte Lebenswelt. Auch, wenn eine Furcht zu irren, immerzu erst recht zum verhassten Irrtum führt, sollte man nicht versuchen einen solchen zu vermeiden. Die Gesetze macht das Leben selbst. Man sollte zudem immer vor Augen haben, dass selbst wenn man gar kein Los gezogen hat, das Los ein Gewinn sein könnte. Die Katze des „Frolleins“ (gerade zu Besuch) erschrickt enorm vor dem sanften Luftzug, den das nun endlich offene Fenster, trotz Wärme, ihr kurz schickt. Sie kriecht dann unter den Norwegerpullover und rollt sich zum Ammonshörnchen ein. Jeder wie er möchte. Hauptsache die „dunklen Säle“, auch Kinos genannt, werden bald wieder geöffnet.

© Bettie I. Alfred, 21.4.21