Vierteltöne

Ein Kind in der S-Bahn berichtet seiner Mutter ganz aufgeregt von einem Ohnmachtsanfall: „Und dann fiel der dicke Mann ganz schnell in Ohnmacht um!“ Alle schmunzeln, ich auch. Sprache bricht sich Bahn. Ich lese dann Gracq, einen surrealistischen Autor. Habe noch Brötchenkrümel in den Mundwinkeln. Wie immer hat das Schöpferische unter einem zu langen Frühstück gelitten. Sonntagsbrötchen ohne Ende. Apropos Ende. Ein Endpunkt ist immer der Anfangspunkt eines neuen Endpunktes. Zeitumstellung, das Ende der Winterzeit. Der Mann sagt, daß wenn wir zusammen in den Knast kämen eine Doppelzelle ein Alptraum wäre. Ja, stimm ich ihm zu, lieber Einzelhaft, da kann jeder für sich monologisieren. Es ist Frühling, ich öffne das Fenster. Ein Vogel singt einen Hit von Britney Spears, zumindest den Anfang des Mittelteils. Mir fällt ein, was ich mir zum Runden (in ein paar Jahren) wünschen könnte, ein Vierteltonklavier!