Eh endlich

Heute, so dachte ich mir, mach ich mal wieder so eine Art Pause. Eine Pause in der ich wenig tue und lediglich vom Zimmer 1 in die sogenannte Wohnstube und von der sogenannten Wohnstube ins Treppenhaus, aber nicht auf die Treppe selbst gehe, die ja hinunter und schließlich hinaus in die wilde Welt führen würde. Nachdem ich dann also ins Treppenhaus gegangen wäre und dort ein bißchen herum gestanden hätte, würde ich schließlich zurück in mein sogenanntes Arbeitszimmer (Zimmer 1) gehen und mir das Lied „Wild Boys“ anhören, das ich in meiner frühen Jugend eine Weile gerne gehört hatte und das sozusagen jetzt eine alte Kamelle ist, mir jedoch immer noch zeigt wie einfach das Herz einmal funktioniert hat. Das ist jetzt natürlich sehr vereinfacht dargestellt, denn nichts ist wohl komplizierter, als ein Jugendherz, das kurz vor dem Wandel zum Erwachsenenherz steht. Nichts will man wohl mehr noch einmal erleben, als diesen Zustand. Doch Musik anspielen um sich ganz kurz noch einmal zu verjüngen, das geht schon ab und zu. Die Message in diesem Song ist klar verständlich, selbst für die Pokemonjugend von heute. Sie ist nämlich die, daß man wilde Jungs anrufen soll, auch, wenn sie im Regen stehen und nass werden, da sie ihren Regenmantel vergessen haben. ….. Das dachte ich damals zumindest, da meine Englischkenntnisse unzureichend waren und ich einige Worte vollkommen falsch übersetzt hatte. Es geht natürlich um Wildheit und Feuersbrunst und nicht um das Gedachte. Wenn ich dann also tatsächlich wieder einmal dieses Lied einlegen würde, würde der Mitbewohner nach wenigen Minuten das Zimmer betreten und mich fragen was ich da für einen Krach hören täte? Selbst die Katze sei schon beunruhigt, würde er anfügen. Ich würde das Gerät dann ausstellen und meinen Vater vor mir sehen, der mich in solch einem Moment, ich war damals vielleicht dreizehn Jahre alt, darum bat, mir doch einmal das Buch „Novalis für Kinder“ anzuschauen. Den Krach, den ich damals in meinem Kinderzimmer keineswegs gleich ausstellte, ignorierte er damals, doch nur äusserlich. Ich habe dann tatsächlich in den Novalis hineingeschaut und einen Satz entdeckt, dessen Sinn ich nie vergessen habe. Er sagt, dass man, wenn man einem Riesen begegnen würde, immer erstmal den Stand der Sonne prüfen solle. Ich würde dann dieses Buch anfangen zu suchen, denn eigentlich, so dächte ich dann, müsste ich es noch im Regal stehen haben. Ich würde es jedoch nicht finden und stattdessen aber viele andere Bücher, unter anderem ein Sachbuch mit dem Titel: „Ist Autismus heilbar“. Über das Thema Autismus, daran täte ich mich dann ebenfalls erinnern, hätte ich meine Abschlussarbeit geschrieben. Das Buch „Ist Autismus heilbar?“, das würde ich dann konstatieren, ist aus der Steinzeit. Ganz zerlesen. Heute weiss ich, auch das würde mir dann klar werden, dass nichts heilbar ist, lediglich die Grippe oder sowas in der Art. Am Wenigsten, das würde dann mein Fazit sein, ist das Leben selbst heilbar. Dies machte ja aber gar nichts, denn es sei ja sowieso endlich. Was ich dann tun würde weiss ich nicht, soweit ins Voraus kann ich nicht gucken.

© Bettie I. Alfred, 20.11.2020