„wer sich nicht ruiniert, aus dem wird nichts“

Das Buch, das ich gestern Abend lesen wollte ist einfach zu dick, um den Gedanken ertragen zu können, dass ich es lesen muss. Ich hätte doch lieber die Fassung „in einfacher Sprache“ wählen sollen, sie ist sicher ein Bruchteil vom Original so dick. Ich stöberte vorerst einmal in seinem Inhaltsverzeichnis und fand selbst dieses schon beachtlich schwierig zu verstehen. Ich blieb dann hängen beim Kapitel „Zur Theorie des Lächerlichen“. Nahm mir dann vor erst einmal dieses zu lesen. War dann aber schon zu müde und verschob den Plan auf einen anderen Tag. Schlief dann aber mit Nichten gleich ein,  grübelte stattdessen darüber nach, ob es etwas rassistisches an sich hat, dass ich tigergemusterte Katzen einer schwarzen immer vorziehe würde. Das Tigermuster lässt sie in meinem Empfinden wilder wirken, beim schwarzen „Schnäuzchen“ erkenne ich weit weniger Mimik.
Ich schlafe dann schlecht, vergesse tatsächlich einmal (das so etwas überhaupt geht, war mir gar nicht klar) im Schlaf zu atmen und wache auf, weil ich dachte ich ersticke. Nun frage ich mich, ob ich das nur geträumt habe, oder ob es tatsächlich so war, dass ich zu atmen vergass. Die Morgenluft macht dann alles wieder gut, sie ist unfassbar wohltuend. Im Blumenkasten blüht zudem eine sogenannte Sonnenblume. Sie hat sich selbst ausgesäht, oder jemand hat Brotkrümel gestreut. Da sie keine Sekunde mit Sonne bestrahlt wird, weil sie im Norden aufwächst, sie blüht trotzdem, was mich wundert, ist sie wohl eher eine Schattenblume und keine Sonnenblume. Das Nachbarskind hat Ferien und hört nun wieder das Lied von der Barbiepuppe: I´m a barbiegirl in a barbieworld, world in plastic, its fantastic…. Es zweifelt noch nicht an der Welt, geschweige denn an diesem Lied und schon gar nicht an sich selbst. Ich war kein Barbiegirl, hatte weder rosa Kleider noch einen rosa Porsche. Ich war ein Kind aus der Altkleidersammlung. Das sage ich ohne Sentimentalität. Einmal fand ich, ich ging noch nicht zur Schule, in einem solchen Sack knallgelbe Lackclogs auf denen jeweils eine schwarze Lackblume glänzte. Ich dachte damals, das nun alles gut werden würde, denn ich hatte ja diese Schuhe gefunden. Ich weinte fast vor Glück als sie sogar passten. Dann stapfte ich los und fiel hin,.Man konnte damit gar nicht laufen! Ein kurzer Spass war das dann.
Ich bin übrigens in meinem Ameisenroman, also in dem Buch, das ich geschrieben habe und dass ich nun überarbeite, auf Seite 100 angelangt. Fleiss ist mein neues Motto, denn „wer sich nicht ruiniert, aus dem wird nichts“. Diesen Spruch habe ich mir einmal notiert, darunter steht lediglich P.R. Wer war nur dieser P.R. noch gleich? Ich kann mich nicht erinnern. Merkwürdig, dass ich lediglich die Initialien aufgeschrieben habe. Bei Th. B. würde es mich ja nicht wundern, denn da wüßte ich sofort, wen ich meine, aber P.R.? Hm, ich hoffe, dass es mir wieder einfällt. F.C hätte gut zu diesem Satz gepasst, aber P.R.?
Der Mundschutz muss heute gewaschen werden, sonst nützt er nichts mehr.

 

© Bettie I. Alfred, 28.7.2020

 

P.S: Mir ist es wieder eingefallen wer P.R. ist. Peter Rühmkorf.